Wie viel mobile Daten braucht Ihre Kamera?
In rund 30 Sekunden zur Antwort: Einsatzort wählen, Bewegungen und Live-Ansicht einstellen, fertig. Gerechnet wird mit den Bitraten aus den Herstellerdatenblättern, nicht mit Schätzwerten.
Eine einzelne Kamera an einem ruhigen Ort kommt mit 1 bis 2 GB im Monat aus, an einem Hauseingang mit viel Betrieb sind es 4 bis 6 GB. Ein 5-GB-Tarif deckt damit die allermeisten Fälle ab.
Abseits, selten Bewegung, gelegentlicher Blick
Clips, die bei Bewegung entstehen und hochgeladen werden
Was Sie selbst in der App ansehen. Meist der größte Posten.
Push-Nachricht mit Vorschaubild, rund 30 KB je Ereignis
Was nicht über die SIM-Karte läuft: Daueraufzeichnung landet auf der Speicherkarte in der Kamera, nicht im Mobilfunknetz. Nur Ereignisclips und das, was Sie selbst live ansehen, kosten Datenvolumen. Wer das verwechselt, kauft einen viel zu großen Tarif.
Rechengrundlage: Substream 672 Kbit/s, Mainstream 2.048 Kbit/s, Maximum 4.096 Kbit/s (Reolink-Datenblätter, Stand 08/2026). Der tatsächliche Verbrauch schwankt mit dem Bildinhalt, weil das Videoformat nur Unterschiede zwischen den Bildern speichert. Im Ergebnis sind dafür 20 Prozent Aufschlag enthalten.
Wie viel Datenvolumen verbraucht eine Überwachungskamera mit SIM-Karte?
Warum die Spanne so groß ist, hat einen einfachen Grund: Nicht die Kamera bestimmt den Verbrauch, sondern was vor ihr passiert und wie oft Sie selbst in die App schauen. Zwei baugleiche Kameras können sich um den Faktor zehn unterscheiden, je nachdem ob sie einen leeren Garten oder eine belebte Einfahrt im Blick haben.
Eine Kamera mit SIM-Karte löst ein Problem: Sie funktioniert dort, wo kein WLAN hinkommt. Sie schafft aber auch ein neues, und das steht in keiner Produktbeschreibung. Welchen Mobilfunktarif braucht so eine Kamera, und was kostet der auf Dauer? Die Antwort hängt an drei Zahlen, die Sie selbst kennen: wie oft sich vor der Kamera etwas bewegt, wie lang die Aufnahmen sind, und wie oft Sie selbst draufschauen.
Der größte Irrtum: Daueraufzeichnung kostet kein Datenvolumen
Viele rechnen so: Die Kamera nimmt rund um die Uhr auf, also läuft rund um die Uhr Datenverkehr. Das stimmt nicht.
- Bleibt im Gerät: Die Daueraufzeichnung landet auf der Speicherkarte in der Kamera und berührt das Mobilfunknetz überhaupt nicht.
- Geht über das Netz: die Clips, die bei einer Bewegung entstehen und in die Cloud geladen werden.
- Geht über das Netz: das Bild, das Sie sich selbst in der App ansehen.
Wer das verwechselt, bucht einen 50-Gigabyte-Tarif für eine Kamera, die mit zwei auskommt.
Das Draufschauen ist teurer als die Aufnahmen
Ein Beispiel aus dem Rechner: ein ruhiges Gartenhaus, acht Bewegungen am Tag, 15 Sekunden je Aufnahme, dazu dreimal täglich eine Minute live in guter Qualität.
Ihre eigene Neugier verbraucht also das Vierfache dessen, was die Kamera von sich aus überträgt.
Der praktische Rat daraus: Stellen Sie die Live-Ansicht in der App auf die sparsame Stufe. Für den Blick "steht das Auto noch da" reicht sie völlig, und sie kostet nur ein Drittel.
Datenverbrauch pro Tag, pro Monat und pro Jahr
Für den Alltag ist der Monatswert die richtige Größe, weil Mobilfunktarife monatlich abgerechnet werden. Zum Einordnen hilft der Tageswert trotzdem.
| Standort | pro Tag | pro Monat | pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Ruhiges Gartenhaus | etwa 30 MB | 1 bis 2 GB | etwa 10 GB |
| Belebter Hauseingang | rund 150 MB | 4 bis 6 GB | etwa 55 GB |
Wichtig dabei: Der Verbrauch verteilt sich nicht gleichmäßig. Im Sommer bewegt sich mehr vor der Linse als im Winter, und ein einziger Sturm mit schwankenden Ästen kann an einem Tag so viele Aufnahmen auslösen wie sonst eine ganze Woche. Rechnen Sie deshalb mit Reserve statt auf Kante.
Woher die Zahlen kommen
Der Rechner arbeitet mit den Bitraten aus den Datenblättern der Hersteller, nicht mit Schätzwerten. Reolink gibt für seine LTE-Kameras diese Werte an:
Die hohe Qualitätsstufe. Standardwert ist 2.048 Kbit pro Sekunde.
Die sparsame Stufe. Daraus ergibt sich der Verbrauch je Minute Übertragung.
Eine Kamera erzeugt bei viel Bewegung im Bild mehr Daten als bei einer ruhigen Szene, weil das Videoformat nur die Unterschiede zwischen den Bildern speichert. Ein Baum im Wind kostet mehr als eine leere Hauswand.
Worauf Sie beim Tarif achten sollten
Keine Abschaltung bei Inaktivität
Manche Prepaid-Karten werden nach einigen Monaten ohne Nutzung gesperrt. Für eine Kamera, die im Winter kaum etwas überträgt, ist das ein Problem.
Netzabdeckung am Aufstellort prüfen
Nicht am Wohnort. Ein Gartenhaus hinter dem Hügel kann trotz guter Karte im Ort ohne Empfang sein. Halten Sie ein Handy im gleichen Netz an die geplante Stelle.
Datenvolumen mit Reserve
Ein Einbruchsversuch oder ein Sturm mit bewegten Ästen erzeugt an einem Tag mehr Aufnahmen als sonst in einer Woche. Genau dann soll die Kamera nicht stumm sein.
Roaming an der Grenze
In Grenznähe bucht sich die Kamera unbemerkt ins Nachbarnetz ein. Innerhalb der EU ist das meist unkritisch, in der Schweiz nicht.
Mehrere Kameras an einem Tarif
Jede Kamera mit SIM-Karte braucht ihre eigene Karte und ihren eigenen Tarif. Anders als bei WLAN-Kameras gibt es keinen gemeinsamen Anschluss, über den alle laufen. Der Verbrauch addiert sich also nicht nur, er vervielfacht auch die Grundgebühren.
Ab drei Kameras am selben Ort lohnt die Gegenrechnung: Ein Mobilfunkrouter mit einer SIM-Karte, der vor Ort ein kleines WLAN aufspannt, versorgt mehrere Kameras über einen einzigen Vertrag. Das ist meist günstiger und oft auch stabiler, setzt aber Strom am Aufstellort voraus.
WLAN-Kamera oder LTE-Kamera: wo fällt überhaupt Volumen an
WLAN-Kamera am Hausanschluss
Datenverbrauch spielt praktisch keine Rolle, weil dort kein Volumen begrenzt ist. Technisch überträgt sie oft dauerhaft an einen Rekorder im Haus.
LTE-Kamera mit SIM-Karte
Sie überträgt bewusst nicht dauerhaft, sondern speichert lokal und schickt nur Ereignisse nach draußen. Genau deshalb ist ihr Verbrauch überhaupt kalkulierbar.
Interessant wird die Frage also nur, wenn die Kamera über einen Mobilfunkrouter oder einen Tarif mit Datenlimit läuft.
4K oder Full HD: was die Auflösung wirklich ausmacht
Verbreitet angenommen
Eine 4K-Kamera verbraucht automatisch das Vierfache einer Full-HD-Kamera.
Tatsächlich
Bei LTE-Kameras stimmt das nicht, weil die Bitrate begrenzt ist. Die Datenblätter nennen 1.024 bis 4.096 Kbit pro Sekunde, unabhängig von der Auflösung.
Was sich ändert, ist die Bildqualität bei gleichem Verbrauch. 4K bei 2.048 Kbit pro Sekunde sieht bei Bewegung schlechter aus als Full HD bei derselben Bitrate, weil dieselbe Datenmenge auf viermal so viele Bildpunkte verteilt wird. Wer maximale Auflösung will, muss die Bitrate hochsetzen, und erst dann steigt auch der Verbrauch.
Cloud-Speicher und sein Anteil am Verbrauch
Wenn Sie einen Cloud-Dienst des Herstellers nutzen, wandern die Ereignisclips zusätzlich auf dessen Server. Das ist genau der Upload, den der Rechner als Aufnahmen ausweist, ein zweiter Datenstrom entsteht dadurch nicht. Ohne Cloud-Abo bleiben die Clips lokal, und über das Netz geht dann nur noch die Meldung mit dem Vorschaubild.
Das ist der sparsamste Betrieb überhaupt: Kamera zeichnet auf Speicherkarte auf, Sie bekommen eine Meldung mit Standbild, und nur wenn Sie wirklich etwas sehen wollen, holen Sie sich den Clip.
Was passiert, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist
- Die Kamera hört nicht auf zu arbeiten. Sie zeichnet weiter auf ihre Speicherkarte auf, denn dafür braucht sie kein Netz.
- Was ausfällt: die Meldungen aufs Handy und der Zugriff von unterwegs. Sie merken den Ausfall also möglicherweise erst, wenn Sie etwas sehen wollen.
- Meist wird nur gedrosselt, nicht abgeschaltet. Eine gedrosselte Verbindung reicht für Meldungen mit Vorschaubild oft noch aus, für flüssiges Livebild nicht mehr.
Prüfen Sie im Vertrag, ob gedrosselt oder abgerechnet wird, denn eine automatische Nachbuchung kann teuer werden.
Datenverbrauch senken: die vier wirksamsten Einstellungen
Live-Ansicht auf die sparsame Stufe
Der mit Abstand größte Hebel. Der Substream kostet 4,9 Megabyte je Minute, der Mainstream 15. Für den Blick "steht das Auto noch da" reicht die sparsame Stufe völlig.
Erfassungsbereich eingrenzen
Straße, Gehweg und Nachbargrundstück aus dem Bewegungsbereich nehmen. Das spart nicht nur Daten, es ist bei privater Videoüberwachung ohnehin geboten.
Personen- und Fahrzeugerkennung nutzen
Statt einfacher Bewegungserkennung. Damit lösen Äste, Regen und Insekten keine Aufnahme mehr aus. Bei manchen Aufstellorten halbiert das die Zahl der Ereignisse.
Aufnahmelänge kürzen
30 Sekunden je Ereignis sind selten nötig. Wer auf 10 Sekunden geht, spart zwei Drittel, ohne den entscheidenden Moment zu verlieren.
Welche Kameras mit SIM-Karte es gibt
Alle Modelle mit Mobilfunk, die wir führen, finden Sie mit Preisen und Filtermöglichkeiten in unserer Kaufberatung. Wenn Sie unsicher sind, welche zu Ihrer Situation passt, schreiben Sie uns im Chat oder über das Kontaktformular. Beschreiben Sie kurz den Aufstellort und was Sie beobachten möchten, damit kommen wir schneller zu einer sinnvollen Empfehlung als über jede Featureliste.
Wie viel Speicherplatz die Karte in der Kamera braucht, rechnet Ihnen unser Speicherplatz-Rechner aus. Das ist die zweite Zahl, die vor dem Kauf feststehen sollte.
Häufige Fragen zum Datenverbrauch
Reicht 1 GB im Monat für eine Überwachungskamera?
An einem sehr ruhigen Ort ja, etwa an einem Ferienhaus, an dem monatelang niemand vorbeikommt. Sobald Sie regelmäßig live nachsehen, wird es eng: Schon fünf Minuten Live-Ansicht täglich in guter Qualität verbrauchen mehr als 2 GB im Monat.
Verbraucht Daueraufnahme mehr Daten als Bewegungserkennung?
Im Mobilfunknetz nicht, denn die Daueraufnahme läuft auf die Speicherkarte in der Kamera und nicht über das Netz. Sie brauchen dafür eine größere Speicherkarte, aber keinen größeren Tarif. Über die SIM-Karte gehen nur Ereignisclips und Ihre eigenen Zugriffe.
Wie viel Datenvolumen braucht eine Stunde Live-Bild?
In der sparsamen Stufe rund 295 Megabyte, im Mainstream etwa 900 Megabyte und bei maximaler Bitrate rund 1,8 Gigabyte. Eine Stunde durchgehendes Zuschauen in bester Qualität kostet also mehr als ein ganzer Monat normalem Betrieb.
Kann ich eine normale Prepaid-Karte verwenden?
Technisch meist ja. Achten Sie aber darauf, dass die Karte nicht bei längerer Inaktivität gesperrt wird, denn genau das passiert einer Kamera an einem ruhigen Ort. Karten für Maschinen und Geräte, oft als M2M bezeichnet, sind dafür gebaut und laufen zuverlässiger.
Verbraucht die Kamera auch Daten, wenn nichts passiert?
Nur sehr wenig. Sie hält die Verbindung zum Server offen, damit Sie jederzeit zugreifen können. Das sind wenige Megabyte im Monat und fällt neben den Aufnahmen nicht ins Gewicht.
Zählt der Upload oder der Download?
Beides zusammen, und bei einer Kamera überwiegt der Upload deutlich. Sie sendet Aufnahmen nach draußen, empfängt aber kaum etwas. Das ist bei der Tarifwahl wichtig, weil Mobilfunkverträge im Upload oft deutlich langsamer sind als im Download. Für die Übertragung eines 15-Sekunden-Clips reicht das trotzdem locker.
Wie finde ich heraus, was meine Kamera tatsächlich verbraucht?
Der ehrlichste Weg ist die Verbrauchsanzeige des Mobilfunkanbieters nach dem ersten vollen Monat. Rechnen Sie vorher mit dem Rechner oben und vergleichen Sie danach. Weicht der echte Wert stark ab, liegt es fast immer an der Zahl der Ereignisse, also am Erfassungsbereich.
Noch unsicher, welche Kamera zu Ihrem Standort passt?
Beschreiben Sie kurz den Aufstellort und was Sie beobachten möchten. Unser KI-Berater schlägt passende Modelle vor, kostenlos und ohne Anmeldung.
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