Wildkamera mit SIM-Karte und Solar: Revier und Weide live aufs Handy
Akku, Solarpanel und Schwenkkopf: jede Meldung mit Bild aufs Handy
Was war heute Nacht an der Kirrung? War jemand an der Jagdhütte? Diese Wildkameras mit SIM-Karte brauchen weder Steckdose noch WLAN. Sobald sich etwas bewegt, kommt eine Meldung mit Vorschaubild auf Ihr Handy. Per App schwenken Sie die Kamera, schauen live zu und lassen sich nur melden, was Sie interessiert: Tier, Mensch oder Fahrzeug.
Alle fünf Modelle unten sind schwenkbare 4G-Kameras von Reolink. Sie passen an Revierrand, Weide, Unterstand, Jagdhütte und Wochenendgrundstück, überall dort, wo das Handy Empfang hat.
📶 4G mit SIM-Karte, ohne WLAN • ☀️ Akku mit Solarpanel • 🦌 355° schwenkbar mit Tiererkennung
🌲 Gut zu wissen: Für reine Tierbeobachtung tief im Wald, ohne Handynetz, ist eine klassische Fotofalle im kleinen Tarngehäuse oft die bessere Wahl. Wann welche Kamera passt, erklärt unser Ratgeber Wildkamera oder Überwachungskamera. KI-Empfehlung mit Foto →
Wildkamera mit SIM-Karte: Kaufratgeber für Revier, Weide und Hütte
Im Revier gibt es kein WLAN und keine Steckdose. Eine Wildkamera mit SIM-Karte meldet sich trotzdem, sobald sich etwas bewegt.
Die fünf Kameras in dieser Auswahl können mehr als eine klassische Fotofalle: Sie schwenken, zeigen ein Livebild und unterscheiden Tier und Mensch. Dafür sind sie größer und auffälliger. Hier lesen Sie, was sie können und was nicht.
So funktioniert eine Wildkamera mit SIM-Karte
Eine Wildkamera mit Bewegungsmelder schläft die meiste Zeit, damit der Akku lange hält. Bewegt sich etwas, läuft es so ab:
1
Der PIR-Sensor spürt die Körperwärme eines Tieres oder Menschen und weckt die Kamera.
2
Sie filmt einen kurzen Clip auf die Speicherkarte.
3
Über das 4G-Netz (LTE) schickt sie eine Mitteilung mit Vorschaubild auf Ihr Handy.
4
Ein Tipp darauf zeigt den Clip oder das Livebild.
Vom Wechsel aufs Handy in vier Schritten, ohne WLAN und Stromkabel. Nötig sind SIM-Karte mit Datenvolumen, Akku mit Solarpanel und microSD-Karte. Skizze: Überwachungskamera StoreVom Wechsel aufs Handy in vier Schritten, ohne WLAN und Stromkabel. Nötig sind SIM-Karte mit Datenvolumen, Akku mit Solarpanel und microSD-Karte. Skizze: Überwachungskamera Store
Die meisten Wildkameras im Handel sind Fotofallen, auch Trail-Cam, Scouting-Cam oder Wildtierkamera genannt: ein kompakter Kasten in Tarnfarbe, der Fotos auf eine SD-Karte schreibt.
Sendefähige Wildkameras schicken die Bilder zusätzlich per Mobilfunk. Unsere Modelle schwenken Sie außerdem über die kostenlose App um 355 Grad, und über den Lautsprecher sprechen Sie Personen vor Ort an.
4G-Wildkamera mit Schwenkkopf oder klassische Fotofalle?
Beide arbeiten ohne Steckdose, im Alltag unterscheiden sie sich aber deutlich:
Merkmal
4G-Kamera mit Schwenkkopf
Klassische Fotofalle
Meldung
Mitteilung mit Bild, Livebild jederzeit
Karte vor Ort auslesen, sendefähige Modelle schicken Bilder
Blickfeld
schwenkt 355°, folgt je nach Modell der Bewegung
fester Ausschnitt
Aufnahme
Videoclips, je nach Modell mit Voraufzeichnung oder rund um die Uhr
Fotoserien und kurze Clips
Größe, Tarnung
größer, mit Solarpanel, als Kamera erkennbar
kompakt, im Tarngehäuse
Strom
Akku, Solarpanel
meist Batterie, auf lange Standzeit ausgelegt
Ohne Handynetz
wichtigster Vorteil fällt weg
arbeitet unverändert
Was die SIM-Kamera besser kann
✓Sofort Bescheid: Sie erfahren sofort, was passiert, und sehen live nach.
✓Gespeicherte Positionen: Eine Kamera schaut nacheinander auf Kirrung, Wechsel und Waldrand, gleichzeitig aber nur in eine Richtung.
✓KI-Erkennung: Sie trennt Tier, Mensch und Fahrzeug. Das Handy meldet den Fremden an der Hütte, das Reh nicht.
✓Weniger Kontrollfahrten: Jede gesparte Kontrollfahrt stört das Wild weniger und spart Zeit. Darin liegt der eigentliche Nutzen, auch wenn Solarpanel und Datentarif dazukommen.
Wo die klassische Fotofalle vorn liegt
✓Tarnung: Das Gehäuse der TrackMix LTE-C und der Go Ranger PT trägt ein Tarnmuster, die anderen drei sind weiß. Mit Solarpanel sind alle fünf größer als eine Fotofalle und als Kamera zu erkennen.
✓Montage: Eine Fotofalle hängt mit einem Gurt in Minuten am Baum. Die Altas Go PT wiegt 875 g, dazu kommen Halterung und Panel.
✓Kein Netz: Ohne Mobilfunk meldet eine SIM-Kamera nichts. Für reine Aufnahmen auf die Karte ist die Fotofalle gebaut.
✓Fotos statt Videos: Zum Zählen des Bestands genügen Fotoserien, ganz ohne Datentarif.
Gurte halten die TrackMix LTE-C am Stamm. Das Solarpanel sitzt auf einem eigenen Arm und lässt sich getrennt von der Kamera zur Sonne drehen. Foto: Reolink
Worauf es beim Kauf einer Wildkamera mit SIM ankommt
Die sieben wichtigsten Kriterien, jeweils mit den Herstellerangaben unserer Modelle:
KRITERIUM 1
Bildqualität: 2K oder 4K statt hochgerechneter Megapixel
Darauf achten: die echte Sensorauflösung. Viele Fotofallen werben mit 30 oder 60 MP oder mit 5K. Diese Zahlen sind meist hochgerechnet, der Sensor hat weniger.
Zum Vergleich
Full HD: 1920 × 1080 Bildpunkte, rund 2 Megapixel
2K: 2560 × 1440, knapp 4 Megapixel
4K: 3840 × 2160, gut 8 Megapixel, viermal so viele Bildpunkte wie Full HD
Unsere Modelle
2K (4 MP): Altas Go PT, Go PT S Lite, TrackMix LTE Plus 2.
4K (8 MP): TrackMix LTE-C und Go Ranger PT, mit mehr Reserve zum Hineinzoomen, etwa für Geweih oder Ohrmarke. Die beiden TrackMix haben zusätzlich ein Tele-Objektiv.
KRITERIUM 2
Nachtsicht: Infrarot mit 850 nm, 940 nm oder Farbe
Für Nachtaufnahmen leuchtet die Kamera mit Infrarot-LEDs, das Bild ist schwarz-weiß.
Darauf achten: die Wellenlänge. Bei 850 nm glimmen die LEDs schwach rot (Low Glow). Bei 940 nm sieht man kein Glühen (No Glow), dafür reicht das Licht meist etwas weniger weit.
850 nm, Low Glow
schwaches rotes Glimmen, helles Schwarz-Weiß-Bild
Passt für: Hof, Weide, wo das Glimmen nicht stört
940 nm, No Glow
kein sichtbares Glühen
Passt für: Kirrung, Wildwechsel
Restlicht in Farbe
Farbbild ohne eigene Lampe, braucht etwas Licht
Passt für: Hütte, Hof, Waldrand bei Mond
Spotlight
helles weißes Licht, Farbbild
Passt für: Menschen abschrecken, für Wild ausschalten
Unsere Modelle
940-nm-Infrarot: Altas Go PT (bis 10 m), TrackMix LTE-C (bis 30 m) und Go Ranger PT (bis 10 m).
Farbe schon bei wenig Restlicht (ColorX): Altas Go PT und TrackMix LTE Plus 2, dank lichtstarkem Sensor.
Spotlight mit weißem Licht: Altas Go PT, Go PT S Lite und beide TrackMix.
Zusätzlich eine Sirene: die Altas, die S Lite und die LTE Plus 2.
An Kirrung und Wechsel: Spotlight und Sirene verscheuchen scheues Wild. Schalten Sie beides dort in der App aus.
So sieht ein echtes Infrarot-Nachtbild aus: schwarz-weiß, die Tiere klar zu erkennen. Das Beispiel stammt aus Reolinks Bildern zur RLC-823S-Reihe, einer Kamera mit Netzwerkkabel, nicht aus dieser Auswahl. Foto: Reolink
KRITERIUM 3
Reichweite: Bewegungsmelder und Infrarot sind zwei Werte
Darauf achten: Nachts zählt der kleinere Wert. Planen Sie 3 bis 10 m Abstand zum Wechsel oder zur Kirrung.
Bewegungsmelder: bestimmt, ab wann die Kamera aufwacht. Bei der Go PT S Lite bis 10 m (Erfassungswinkel 120°), bei der TrackMix LTE Plus 2 bis 15 m (110°).
Infrarotlicht: bestimmt, wie weit Sie nachts sehen.
Auslösezeit und Voraufzeichnung
Fotofallen werben mit einer Auslösezeit in Zehntelsekunden. Eine Akku-Kamera mit Video braucht nach dem Aufwachen einen Moment.
Abhilfe schafft die Voraufzeichnung: Altas Go PT und TrackMix LTE Plus 2 speichern laut Hersteller bis zu 10 Sekunden vor dem Auslösen mit und zeichnen auf Wunsch rund um die Uhr auf, die Altas dafür mit dem 12-W-Panel.
Darauf achten: der Temperaturbereich. Er ist wichtiger als eine höhere Schutzklasse, IP67 braucht eine Kamera am Baum nicht.
Alle fünf Kameras haben laut Hersteller die Schutzklasse IP65. IP65 heißt staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser, das reicht für Regen und Schnee an Baum oder Pfosten.
Temperaturbereich unserer Modelle
minus 10 °C bis plus 55 °C: Altas Go PT, Go PT S Lite, TrackMix LTE-C, Go Ranger PT.
minus 20 °C bis plus 55 °C: TrackMix LTE Plus 2, die Wahl für kalte Lagen. Ihr Panel wärmt den Akku bei Frost vor dem Laden an.
KRITERIUM 5
Akku statt Batterie: Solar richtig nutzen
Darauf achten: Das Solarpanel braucht freien Himmel nach Süden. Unter dem Blätterdach und im Dezember und Januar liefert es wenig.
Alle fünf Kameras laufen mit Akku, die TrackMix LTE Plus 2 mit einem angesetzten Akkupack. Batterien wie bei vielen Fotofallen müssen Sie nicht wechseln.
Wie lange der Akku ohne Sonne hält, hängt von Auslösungen und Livebild ab. Die Laufzeiten sind Herstellerangaben und gelten, wo nicht anders genannt, für wenige Auslösungen am Tag. Bei Frost hält jeder Akku kürzer.
Akku und Solar unserer Modelle
Altas Go PT: 20.000 mAh, laut Hersteller bis zu 180 Tage im Stromsparmodus, etwa 4 Monate bei bewegungsgesteuerter Aufnahme. Solarpanel mit 6 oder 12 W als Zubehör.
TrackMix LTE Plus 2: 92 Wh, bis zu 160 Tage bei bewegungsgesteuerter Aufnahme, bei Daueraufzeichnung bis zu 21 Tage je Ladung. 30-W-Panel dabei.
Go PT S Lite: 6000 mAh, bis zu 3 Monate. Solarpanel dabei.
TrackMix LTE-C: 5100 mAh, lädt über das Reolink Solarpanel 2 (6 W).
Go Ranger PT: 6000 mAh, Solarpanel dabei.
Panel richtig platzieren
Setzen Sie das Panel an den Waldrand, auf eine Lichtung oder aufs Hüttendach, die Kamera darf im Schatten hängen. Für die 6- und 12-W-Panels mit USB-C gibt es ein Verlängerungskabel mit 4,5 m. Mehr unter Überwachungskamera mit Solar.
KRITERIUM 6
SIM-Karte, LTE-Netz und Datentarif
Darauf achten: Prüfen Sie zuerst mit dem Handy, ob am Platz Empfang ist, am besten im Netz der späteren SIM-Karte.
SIM-Karte je Modell
TrackMix LTE Plus 2 und Altas Go PT: Eine Reolink-SIM liegt bei, den Tarif buchen Sie in der App. Beide haben zusätzlich einen Nano-SIM-Steckplatz.
Go PT S Lite: Die SIM steckt fest im Gerät.
TrackMix LTE-C und Go Ranger PT: Sie legen eine Nano-SIM Ihres Anbieters ein.
Datenvolumen
Wie viele GB Sie im Monat brauchen, hängt vom Zuschauen ab:
Die Mitteilung kommt auch bei geschlossener App und braucht kaum Datenvolumen, erst das Livebild zählt. Beispiel: TrackMix LTE Plus 2. Foto: Reolink
KRITERIUM 7
Tiererkennung und Speicherkarte
Darauf achten: Sie stellen ein, was eine Meldung auslöst: an der Kirrung Tiere, an der Hütte nur Menschen.
Alle Kameras unterscheiden Personen, Fahrzeuge und Tiere. Zwei Besonderheiten:
Go Ranger PT: unterscheidet laut Hersteller als Art nur Hirsch mit Geweih, Hirsch ohne Geweih und Truthahn.
TrackMix LTE-C: folgt erkannten Personen und Fahrzeugen, laut Hersteller auch Haustieren, mit dem Schwenkkopf.
Die Zeitleiste markiert jede erkannte Bewegung, die Vorschaubilder zeigen, in welchem Clip das Tier steht. Beispielbildschirm aus der Reolink App (englische Ansicht). Foto: Reolink
Speicherkarte
Darauf achten: Nehmen Sie eine hochwertige Karte für Dauerbetrieb, lieber 128 GB als 32 GB.
Die Clips landen auf einer microSD-Karte:
bis 512 GB: Altas Go PT, Go PT S Lite und TrackMix LTE Plus 2
bis 128 GB: TrackMix LTE-C und Go Ranger PT
Ist die Karte voll, überschreibt die Kamera die ältesten Clips. Mehr Platz auf der Speicherkarte heißt also längerer Rückblick. Passend sind unsere microSD-Karte mit 128 GB und der Speicherplatz-Rechner.
Die beste Wildkamera mit SIM je Einsatz
Die eine beste Wildkamera für jeden Zweck gibt es nicht. Diese fünf Modelle passen zu den häufigsten Plätzen:
Großer Akku, laut Hersteller bis zu 180 Tage im Stromsparmodus. 10 s Voraufzeichnung mit 12-W-Panel, Farbbild bei Restlicht, 940-nm-Infrarot, Sprechen per App. Solarpanel als Zubehör.
Tarnmuster, 4K, 940-nm-Infrarot bis 10 m, unterscheidet Hirsche mit und ohne Geweih. Solarpanel dabei.
Praxis: drei Standorte, richtig montiert
Achten Sie an jedem Standort darauf:
✓Die Wildkamera hängt 2 bis 3 m hoch.
✓Sie ist leicht nach unten geneigt.
✓Das Tier läuft quer durchs Bild.
So löst der Bewegungsmelder zuverlässig aus. Wo Diebe oder Weidetiere an die Kamera kommen könnten, montieren Sie sie 2,5 bis 3 m hoch.
Fünf Punkte für den Standort: 2 bis 3 m hoch, quer zum Wechsel, möglichst nach Norden, Panel frei nach Süden, Handynetz vorher prüfen. Skizze: Überwachungskamera StoreFünf Punkte für den Standort: 2 bis 3 m hoch, quer zum Wechsel, möglichst nach Norden, Panel frei nach Süden, Handynetz vorher prüfen. Skizze: Überwachungskamera Store
PRAXIS-BEISPIEL 1
Kirrung am Revierrand
Kirrung am Waldrand in der Dämmerung. Symbolbild
Situation: Kirrung am Waldrand, kein Strom, aber Handyempfang. Der Jäger will wissen, wann die Sauen kommen, ohne jeden Abend hinzufahren.
Empfohlene Kamera:Reolink TrackMix LTE-C. Tarnmuster, unsichtbares 940-nm-Infrarot, Weitwinkel für die ganze Kirrung und Tele für das einzelne Stück.
Montagehöhe: 2 bis 3 m am Stamm, fest angezogen, leicht nach unten geneigt.
Winkel und Ausrichtung: 3 bis 10 m von der Kirrung, möglichst mit Blick nach Norden, als feste Position in der App gespeichert.
Sichtfeld und Linse: Pirschweg und öffentliche Wege bleiben aus dem Bild, auch in jeder gespeicherten Schwenkposition.
Licht und Nachtsicht: Infrarot an, Spotlight und automatische Abschreckung aus.
Meldungen und Solar: Meldungen für Tiere an, das Panel an den sonnigen Waldrand.
Recht: Eine Kirrung im Wald gilt als frei zugänglich. Kamera eng auf die Kirrung ausrichten, Hinweisschild aufstellen und vorher klären, ob der Grundeigentümer zustimmen muss.
PRAXIS-BEISPIEL 2
Weide mit Unterstand
Weide mit Unterstand, weit weg vom Hof. Symbolbild
Situation: Pferde oder Rinder auf einer Weide weit vom Hof, ohne Strom und WLAN. Die Halterin will abends sehen, ob alles ruhig ist, und erfahren, wenn jemand am Tor ist.
Empfohlene Kamera:Reolink Go PT S Lite. Leicht, Solarpanel dabei, und sie neigt sich um 140°.
Montagehöhe: 2,5 bis 3 m an einem stabilen Pfosten, außerhalb der Reichweite von Pferdemäulern.
Winkel und Ausrichtung: Das Weidetor als Wachposition speichern, Unterstand und Tränke als weitere Positionen zum Nachsehen. Melden kann die Kamera nur, was in ihrer aktuellen Blickrichtung passiert.
Meldungen und Hinweisschild: Nur für Personen, sonst klingelt das Handy die ganze Nacht. Aufgenommen werden die Tiere trotzdem. Ein Hinweisschild gehört ans Tor, der Weg davor bleibt aus dem Bild.
Licht und Solar: Infrarot für die Nacht. Solarpanel nach Süden, frei von Ästen und Unterstandsdach.
Die Go PT S Lite schwenkt um 355 und neigt sich um 140 Grad. Per App schauen Sie so über einen großen Teil der Weide, gemeldet wird jeweils der aktuelle Ausschnitt. Foto: Reolink
PRAXIS-BEISPIEL 3
Jagdhütte oder Wochenendgrundstück
Hütte am Waldrand ohne Stromanschluss. Symbolbild
Situation: Hütte am Waldrand, eine Stunde vom Wohnort, ohne Stromanschluss. Sie wollen wissen, wenn sich jemand an Tür oder Schuppen zu schaffen macht.
Empfohlene Kamera:Reolink Altas Go PT. Großer Akku, Farbe bei Restlicht, und über den Lautsprecher sprechen Sie Besucher an. In rauen Lagen mit viel Frost nehmen Sie die TrackMix LTE Plus 2.
Montagehöhe: 2,5 bis 3 m unter dem Dachvorsprung, geschützt und schwer zu erreichen.
Winkel und Ausrichtung: Blick auf Tür und Zufahrt, nicht auf den öffentlichen Weg.
Meldungen und Hinweisschild: Meldungen für Personen und Fahrzeuge. Ein Hinweisschild gehört an den Zugang, weil Besucher ins Bild kommen.
Solar und Licht: Das Panel sitzt auf einem Wandarm neben dem Dach in der Sonne. Die Kamera nicht auf eine Hoflampe richten.
Die Altas Go PT mit Solarpanel: Dank Kabel sitzt das Panel in der Sonne und die Kamera dort, wo sie am meisten sieht. Foto: Reolink
Keines unserer fünf Modelle hat GPS, eine gestohlene Kamera lässt sich also nicht orten. Diese Maßnahmen helfen:
Hoch und fest montieren
2,5 bis 3 m, leicht nach unten geneigt, die Halterung verschraubt statt nur umgurtet.
Meldung zuerst
Nähert sich jemand von vorn, löst der Melder aus. Die Mitteilung mit Vorschaubild ist dann meist auf Ihrem Handy, bevor er die Kamera erreicht. Wer von hinten oder von der Seite kommt, wird unter Umständen nicht erfasst.
Cloud
Mit der kostenpflichtigen Reolink Cloud liegen die Clips zusätzlich außerhalb der Kamera.
Zugang sichern
Eigenes Passwort für die App, Seriennummer notieren für eine Anzeige.
Recht: Wo Sie Wildkameras aufstellen dürfen
Sobald eine Wildkamera Personen erfassen kann, gelten in Deutschland klare Grenzen. Zwei Fragen sollten Sie trennen: Wer darf die Kamera aufhängen, und wen darf sie filmen?
Wer darf die Kamera aufhängen?
Wer die Fläche nutzen darf:
der Eigentümer
der Pächter einer Weide oder eines Gartens, im Rahmen des Pachtvertrags
im Jagdrevier in der Regel der Jagdausübungsberechtigte, etwa an Kirrung oder Wildwechsel
Ein gepachtetes Revier ist allerdings kein eigenes Grundstück. Ob Sie als Pächter für die Kamera die Zustimmung des Grundeigentümers brauchen, hängt von Landesjagdgesetz und Pachtvertrag ab.
Wen darf sie filmen?
Das Recht zum Aufhängen ist kein Recht, Menschen zu filmen.
Kann die Kamera Personen erfassen, etwa im frei zugänglichen Wald, gilt das Datenschutzrecht schon für den Betrieb, nicht erst, wenn tatsächlich jemand im Bild ist. Dann brauchen Sie:
✓einen berechtigten Grund, der die Interessen der gefilmten Personen überwiegt
✓ein gut sichtbares Hinweisschild
Ein Schild allein genügt nicht. Außerdem kann das Recht am eigenen Bild der Gefilmten berührt sein.
Übersicht nach Situation
Eigenes Grundstück
Grundsätzlich zulässig, wenn es klar abgegrenzt ist. Voraussetzung: Im Bild sind ausschließlich Wildtiere beziehungsweise der eigene Bereich, weder Nachbargrundstücke noch öffentliche Wege und Straßen. Schon der bei Nachbarn entstehende Überwachungsdruck kann unzulässig sein. Mehr im Ratgeber Videoüberwachung auf dem Privatgrundstück.
Weg, Besucher oder Zusteller im Bild
Erfasst die Kamera auch nur teilweise öffentlichen Raum, etwa einen Weg, greift die Ausnahme für rein private Zwecke nicht. Nehmen Sie regelmäßig Besucher, Zusteller oder Handwerker auf, sollten Sie ebenfalls von der DSGVO ausgehen.
Wald und gepachtetes Jagdrevier
Besonders heikel. Wegen des Betretungsrechts ist dort praktisch immer mit Spaziergängern, Pilzsammlern oder Forstpersonal zu rechnen. Aufsichtsbehörden stufen Wildkameras in frei zugänglichen Waldbereichen regelmäßig als unzulässig ein.
Blick in Hütte, Wohnwagen, Innenräume
Eine Kamera, die in eine Hütte, einen Wohnwagen oder eine Toilette blickt, kann strafbar sein. Richten Sie keine Kamera in Innenräume anderer.
Ton und Mikrofon
Alle fünf Kameras haben ein Mikrofon. Wer nichtöffentliche Gespräche aufzeichnet, kann sich strafbar machen.
Checkliste für Aufhängen und Betrieb
✓Zustimmung des Grundeigentümers im Zweifel einholen, am besten schriftlich.
✓Kamera eng auf den gewünschten Bereich ausrichten.
✓Kamera mit Hinweisschild kennzeichnen.
✓Ton abschalten.
✓Versehentlich erfasste fremde Bereiche oder Personen unverzüglich löschen.
Bei Verstößen drohen Bußgelder sowie Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche.
Rechtliche Grundlagen
Gesetze
Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO: Ausnahme für rein private Zwecke
Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO: berechtigter Grund, Interessenabwägung
§ 201a StGB: Kamera, die in Hütte, Wohnwagen, Toilette oder Innenräume anderer blickt
Urteile
EuGH, Urteil vom 11.12.2014, C-212/13, Ryneš: Die Ausnahme für rein private Zwecke greift nicht, wenn die Kamera auch nur teilweise öffentlichen Raum erfasst.
LG Essen, Urteil vom 26.06.2014, 10 S 37/14 (noch zum alten BDSG): Das Gericht hat die Unterlassungsklage einer Grundeigentümerin gegen die Wildkamera ihrer Jagdpächterin abgewiesen. Die auf eine Kirrung gerichtete Kamera diene der Hege und Abschussplanung, Personen seien auf den Bildern nicht identifizierbar.
OVG Saarlouis, Urteile vom 14.09.2017, 2 A 197/16 und 2 A 216/16 (noch zum alten BDSG): Auch eine Kamera, die nur Wild an der Kirrung beobachten soll, unterliegt dem Datenschutzrecht. Der Wald ist frei zugänglich, und die Jagd ist keine rein private Tätigkeit.
Hinweis: Dieser Abschnitt bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel informieren Sie sich bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde oder einer Rechtsberatung.
Fazit: Welche Wildkamera mit SIM passt zu Ihnen?
Eine Wildkamera mit SIM-Karte und App lohnt sich für die Überwachung von Revier, Weide und Hütte: überall, wo Sie sofort wissen wollen, was los ist, und wo das Handy Empfang hat.
Eine klassische Wildkamera, auch Fotofalle genannt, ist klein, getarnt und speichert Fotos oder kurze Clips auf eine SD-Karte, die Sie vor Ort auslesen. Unsere Wildkameras mit SIM-Karte schicken jede Meldung mit Vorschaubild per 4G aufs Handy, zeigen ein Livebild und schwenken per App um 355 Grad. Dafür sind sie größer und brauchen Handynetz und einen Datentarif. Für reine Tierbeobachtung tief im Wald ohne Netz passt eher eine Fotofalle, mehr dazu im Ratgeber Wildkamera oder Überwachungskamera.
Das hängt vor allem davon ab, wie oft Sie live zuschauen. Meldungen mit Vorschaubild brauchen wenig, weil die Clips auf der Speicherkarte in der Kamera bleiben. Wer nur Meldungen bekommt und selten live schaut, braucht deutlich weniger Datenvolumen als jemand, der täglich zuschaut. Ihren Monatswert rechnet unser Datenverbrauch-Rechner aus.
Im eigenen Garten und auf dem eigenen Grundstück ja, wenn nur Ihr eigener Bereich im Bild ist, also keine Wege, Straßen oder Nachbargrundstücke. Auf einer gepachteten Weide oder im Jagdrevier kann in der Regel auch der Pächter beziehungsweise der Jagdausübungsberechtigte eine Kamera aufhängen, das LG Essen hat das 2014 für eine Kamera an der Kirrung bestätigt. Ob er dafür die Zustimmung des Grundeigentümers braucht, regeln Landesjagdgesetz und Pachtvertrag, eine Absprache vermeidet Streit. Personen zu filmen, erlaubt das nicht, und im frei zugänglichen Wald stufen Aufsichtsbehörden Wildkameras regelmäßig als unzulässig ein. Einzelheiten stehen im Abschnitt „Recht: Wo Sie Wildkameras aufstellen dürfen“ auf dieser Seite, eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.
Altas Go PT, Go PT S Lite, TrackMix LTE-C und Go Ranger PT sind laut Hersteller von minus 10 °C bis plus 55 °C freigegeben, die TrackMix LTE Plus 2 bis minus 20 °C. Bei Frost hält jeder Akku kürzer, und im Dezember und Januar liefert ein Solarpanel unter Bäumen wenig. Für kalte Lagen empfehlen wir die TrackMix LTE Plus 2 mit 30-W-Panel, das Panel an einem sonnigen Platz.
Hoch und fest montieren: 2,5 bis 3 m, leicht nach unten geneigt, die Halterung verschraubt. Nähert sich jemand von vorn, ist die Mitteilung mit Vorschaubild meist auf Ihrem Handy, bevor er die Kamera erreicht. Wer von hinten oder von der Seite kommt, wird unter Umständen nicht erfasst. GPS hat keines unserer Modelle, notieren Sie die Seriennummer für eine Anzeige.
Ja. Alle fünf Kameras unterscheiden laut Hersteller Personen, Fahrzeuge und Tiere, die Go Ranger PT unterscheidet laut Hersteller als Art nur Hirsch mit Geweih, Hirsch ohne Geweih und Truthahn. In der App legen Sie fest, was eine Mitteilung auslöst: an der Kirrung Tiere, an Weide oder Hütte nur Personen. Die Tiere zeichnet die Kamera trotzdem auf, Sie sehen sie später in der Zeitleiste der App.
Sichtbares Licht wie ein Spotlight kann scheues Wild vertreiben, schalten Sie es an Kirrung und Wechsel in der App aus. Infrarot mit 850 nm glimmt schwach rot (Low Glow), Infrarot mit 940 nm glimmt nicht sichtbar (No Glow). 940-nm-Infrarot haben die Altas Go PT, die TrackMix LTE-C und die Go Ranger PT. Wie genau jede Wildart Infrarot wahrnimmt, ist nicht abschließend geklärt, 940 nm ist aber die unauffälligste Wahl. Mehr im Ratgeber Nachtsicht bei Überwachungskameras.
Es zählen zwei Werte: der Bewegungsmelder und das Infrarotlicht. Laut Hersteller erfasst die Go PT S Lite Bewegungen bis 10 m, die TrackMix LTE Plus 2 bis 15 m. Das Infrarot reicht bei Altas Go PT und Go Ranger PT bis 10 m, bei der TrackMix LTE-C bis 30 m. Nachts zählt der kleinere Wert, planen Sie deshalb 3 bis 10 m Abstand zum Wechsel oder zur Kirrung.
Ein Kamera-Abo brauchen Sie nicht: Die Clips speichert die Kamera auf einer microSD-Karte, die Erkennung von Personen, Fahrzeugen und Tieren läuft laut Hersteller in der Kamera. Für die Verbindung brauchen Sie einen Datentarif. Bei der Go PT S Lite ist die SIM fest eingebaut, dort geht das nur über einen Reolink-Datentarif, den Sie in der Reolink App buchen. Die Reolink Cloud ist freiwillig und kostet extra. Mehr unter Überwachungskamera ohne Abo.
Wir nutzen Cookies. Notwendige brauchen wir zum Beispiel für den Warenkorb. Mit Ihrer Zustimmung nutzen wir außerdem Google Analytics (Statistik) und Google Ads (Werbung). Ändern können Sie das jederzeit unten auf jeder Seite unter „Cookie-Einstellungen“.
Funktional
Immer aktiv
Nötig, damit der Shop funktioniert, zum Beispiel für Warenkorb, Kasse und das Speichern Ihrer Cookie-Auswahl.
Vorlieben
Speichert Einstellungen, die Sie selbst gewählt haben.
Statistiken
Google Analytics zählt, wie Besucher den Shop nutzen. So sehen wir, welche Seiten helfen und was wir verbessern sollten.Google Analytics zählt, wie Besucher den Shop nutzen. So sehen wir, welche Seiten helfen und was wir verbessern sollten.
Marketing
Google Ads misst, ob Besucher über unsere Anzeigen zu uns kommen und etwas kaufen. Dabei werden Daten an Google übermittelt.